Visum & Migration
Visum 186 Australien für Familien: Employer Sponsored (2026)

Key Takeaways
- Wir haben das Visum 186 nicht aus Deutschland beantragt, sondern sind mit dem kostenlosen eVisitor (651) eingereist. Unser Plan hat funktioniert: Seit Ende Juli steht unser Sponsor, gerade arbeitet der Arbeitgeber an der Nomination.
- Die Antragsgebühren liegen seit dem 01.07.2026 bei 12.280 AUD für uns vier: 6.140 AUD Hauptantragsteller, 3.070 AUD Partner, je 1.535 AUD pro Kind. Fällig erst bei der Antragstellung.
- Mit dem Antrag entsteht automatisch ein Bridging Visa A. Es wird aktiv, wenn der eVisitor endet. Erst dann darf ich arbeiten, und erst dann können wir Medicare beantragen.
- Vorarbeit war: Skill Assessment als Koch (~4.120 AUD), PTE Academic (270 €), Migration Agent. Offizielle Bearbeitungszeit nach dem Antrag: Die Hälfte aller Anträge ist nach 10 Monaten entschieden, 9 von 10 nach 14 Monaten.
Wir wandern 2026 als Familie nach Australien aus. Zielvisum: das 186, offiziell "Employer Nomination Scheme". Das ist kein Visum, das man mal eben online beantragt, das ist ein mehrstufiger Prozess, der ohne Sponsor-Arbeitgeber nicht funktioniert. Dieser Artikel ist kein Ratgeber, sondern unser Logbuch: Was wir entschieden haben, warum, was es gekostet hat und wo wir heute stehen.
Seit dem ersten Eintrag im April ist viel passiert. Ich bin am 25. Juni mit dem Touristenvisum eingereist, Lucy und die Kinder sind seit Ende Juli da. Und der Teil des Plans, an dem alles hing, ist eingelöst: Ein Betrieb im Hinterland will mich sponsern. Gerade läuft die Nomination, der erste von zwei Anträgen. Genau an dieser Stelle im Prozess schreiben wir dieses Update.
Kurz zu uns: Ich bin Christian, 37, ausgebildeter Koch mit sieben Jahren Selbstständigkeit. Lucy ist 31 und hat ihren Master in Innenarchitektur in diesem Sommer abgeschlossen. Joris ist sechs, Linnea zwei. Wir leben aktuell in der Northern Rivers Region in New South Wales, Byron Bay und Umgebung.
Was ist das Visum 186?
Das Visum 186 ist ein permanentes Arbeitsvisum, für das dich ein australischer Arbeitgeber nominieren muss. Offizieller Name: "Employer Nomination Scheme (subclass 186)". Das Department of Home Affairs führt es in seiner aktuellen Visaübersicht als einen der Standardwege zur permanent residency, wenn man über eine Arbeitsstelle einwandert (Department of Home Affairs, 2026).
Was das konkret heißt: Ohne Arbeitgeber, der dich nominiert, gibt es kein 186. Ohne 186 keine permanente Aufenthaltserlaubnis über diesen Weg. Und der Arbeitgeber muss eine Position anbieten, die auf der offiziellen Berufsliste steht. Die Liste heißt "Core Skills Occupation List", und sowohl Chef (ANZSCO 351311) als auch Cook (351411) stehen darauf (Stand August 2026, Core Skills Occupation List, Department of Home Affairs).
Wichtig für uns: Das 186 ist direkt ein Daueraufenthalt. Keine Zwischenvisa, keine befristete Arbeitserlaubnis. Sobald es bewilligt ist, sind wir permanent in Australien. Der Weg dahin ist allerdings lang.
Die drei Streams – welchen wir nehmen
Das Visum 186 hat drei Varianten, offiziell "Streams" genannt. Laut Department of Home Affairs sind das: Direct Entry Stream, Temporary Residence Transition Stream und Labour Agreement Stream (Department of Home Affairs, 2026). Welcher für dich passt, hängt davon ab, ob du schon in Australien gearbeitet hast.
Direct Entry Stream
Das ist unser Weg. Direct Entry ist für Leute, die vorher nicht auf einem 482-Arbeitsvisum in Australien waren. Kommt man aus dem Ausland direkt ins 186, ist das der Stream. Voraussetzungen: Skill Assessment bestanden, Englischkenntnisse nachgewiesen, Arbeitgeber-Nominierung.
Temporary Residence Transition Stream
Für Leute, die schon mindestens zwei Jahre beim selben Arbeitgeber auf einem 482-Visum gearbeitet haben. Schlankerer Prozess, weil du dich bereits in Australien bewährt hast. Für uns nicht relevant, wir kommen direkt von außen.
Labour Agreement Stream
Spezialfall. Gilt, wenn zwischen Arbeitgeber und Regierung ein individueller Vertrag besteht, meist weil die Branche Personalmangel hat. Für uns spielt das keine Rolle.
Unsere Strategie: Tourist-Visum, dann 186 aus Australien
Das ist der Teil, über den wir am längsten nachgedacht haben. Wir haben uns bewusst gegen den direkten Weg entschieden, also gegen einen 186-Antrag aus Deutschland heraus. Der Grund: Bearbeitungszeiten. Ein 186-Verfahren kann länger als ein Jahr dauern. Ein Jahr sitzen und warten, während Wohnung gekündigt, Restaurant geschlossen und die Kinder in der Schwebe hängen, das war keine Option.
Also haben wir umgeplant. Unser Weg sah so aus:
- Einreise über ein kostenloses eVisitor (651) Tourist-Visum. Gilt für deutsche Pässe, wird online beantragt, je Einreise drei Monate Aufenthalt, ohne Arbeitserlaubnis. Wie die Beantragung lief, steht im eVisitor-Artikel.
- Vor Ort einen Sponsor-Arbeitgeber finden. Dafür hatte ich die drei Monate.
- Sobald der Sponsor steht: Nomination durch den Arbeitgeber, danach 186-Antrag aus Australien heraus, zusammen mit unserem Migration Agent.
- Mit dem Antrag entsteht automatisch ein Bridging Visa A. Es wird aktiv, sobald der eVisitor endet, und überbrückt die Wartezeit bis zur 186-Entscheidung. Ab dann darf ich arbeiten.
Der Nachteil lag auf der Hand: In den Tourist-Monaten darf ich nicht arbeiten. Das heißt, das Budget muss reichen, Mietwagen, Unterkunft, Essen, alles aus Ersparnissen. Der Vorteil dagegen war entscheidend: Sobald das 186 beantragt ist und das Bridging Visa greift, dürfen wir arbeiten und bauen unser Leben parallel auf, statt aus Deutschland zu bangen.
Statt ein Jahr aus Deutschland zu bangen, bauen wir parallel unser Leben auf.
Wie es sich anfühlt, alles auf diesen Plan zu setzen, gehört zur Wahrheit dazu: Anfang Juni, gut zwei Wochen vor dem Abflug, lag ich zum ersten Mal bis drei Uhr nachts wach. Nicht wegen der Umzugskisten. Wegen dieser einen Rechnung: Touristenvisum plus Sponsor in drei Monaten, sonst ist der Plan gescheitert. Am nächsten Morgen war der Optimismus zurück. Aber wer diese Strategie wählt, sollte wissen, dass solche Nächte dazugehören.
Unsere Einordnung: Diese Entscheidung hing an einer einzigen Annahme: dass wir in den Tourist-Monaten wirklich einen Sponsor finden. Wäre das nicht gelungen, wären wir zurückgeflogen. Das war uns bewusst, finanziell und mental. Es ist keine Empfehlung, sondern unsere bewusste Entscheidung. Jede Familie hat andere Rücklagen, andere Visa-Optionen, einen anderen Zeithorizont. Wir haben darauf gesetzt, weil wir schon mal vor Ort gelebt haben, Kontakte hatten und wussten, was schiefgehen kann.
So ist es dann gelaufen: Die vier eVisitor-Anträge vom 28. Mai waren Sekunden nach dem Absenden bestätigt. Die Einreise am 25. Juni war unspektakulär, ungewöhnlich kurze Schlangen, keine einzige Rückfrage. Und die Sponsor-Suche, der eigentliche Kern des Plans, hat gut fünf Wochen gebraucht. Dazu gleich mehr.
Voraussetzungen: Skill Assessment, PTE, Alter
Für das 186 im Direct Entry Stream musst du laut Department of Home Affairs drei Grundvoraussetzungen erfüllen: Skill Assessment für deinen Beruf, nachgewiesene Englischkenntnisse und ein Alter unter 45 Jahren (Department of Home Affairs, 2026). Hier unser Stand:
Skill Assessment als Koch – erledigt
Ich habe das TRA Skill Assessment Anfang 2026 bestanden. Als Selbstständiger war das besonders aufwendig, weil wir zusätzlich Steuerbescheide, Kontoauszüge und Gewinnermittlungen übersetzen lassen mussten. Den ganzen Prozess haben wir in einem eigenen Artikel dokumentiert: Skill Assessment als Koch in Australien: Unsere Erfahrung als Selbstständiger. Dort findest du auch die komplette Kostenaufstellung.
PTE Academic – Proficient bestanden
Ich habe den PTE Academic am 11. März 2026 in Hamburg abgelegt und Proficient erreicht. Superior habe ich knapp verpasst, einzelne Skill-Scores lagen gerade so darunter. Proficient reicht fürs 186 deutlich, verlangt ist dort nur Competent. Bezahlt haben wir 270 € Testgebühr, dazu kamen Anreise und Übernachtung, bei uns ICE nach Hamburg und schlafen bei meinem Bruder, also überschaubar.
Ein Re-Test auf Superior bleibt eine Option, aber nicht fürs 186, sondern als Rückversicherung für eine parallele EOI (Expression of Interest) auf einem Punkte-Visum. Ob wir das machen, entscheiden wir, wenn der 186-Weg durch ist.
Alter
Die Altersgrenze liegt beim 186 Direct Entry bei 45 Jahren, Stichtag ist der Tag der Antragstellung ("on the date you lodge your application", Department of Home Affairs, 2026). Lucy (31) und ich (37) sind klar darunter. Für Familien, die später im Leben auswandern wollen, ist das der kritische Punkt: Je näher man der 45 kommt, desto enger wird der Zeitplan.
Die Akte: unsere beiden Nachweise im Original


Zwei Nachweise an zwei aufeinanderfolgenden Tagen: „Assessment outcome: Successful" für Chef mit der Berufsnummer 351311, und Overall 89 im Englisch-Test. Die Antragsbestätigung kommt an dieselbe Stelle, sobald wir eingereicht haben. Nicht als Deko, sondern als Nachweis, dass hinter jeder Zahl in diesem Artikel ein echtes Stück Papier steht.
Der Migration Agent: Warum wir uns beraten lassen
Wir hatten bis jetzt ein Erstgespräch mit Johannes Kunz, einem deutschsprachigen Migration Agent. Kosten: rund 250 AUD (ungefähr 200 €). Das Gespräch ging lange, er hat sich Zeit genommen, alles erklärt und auch unbequeme Fragen direkt beantwortet. Was uns besonders geholfen hat: Er hat uns nicht verkauft, er hat uns abgeklopft. Welche Risiken bei welchem Weg, welche Stream-Variante für unseren Fall sinnvoll ist, und wo die typischen Fallstricke liegen.
Nach dem Erstgespräch konnten wir weiter Fragen per E-Mail stellen. Bis heute haben wir jedes Mal eine Antwort bekommen, ohne dass zusätzliche Kosten entstanden sind. Das hat uns überzeugt. Wir würden Johannes Kunz jederzeit weiterempfehlen.
Sein nächster Einsatz kommt jetzt: Sobald die Nomination durch ist, reicht er den 186-Antrag mit uns ein, damit keine Fehler passieren. Er rechnet nach Aufwand, nicht pauschal. Sobald wir die konkrete Zahl haben, tragen wir sie hier nach.
Unsere Erfahrung: Ein Migration Agent ist kein Pflicht-Posten, aber bei einem 186-Antrag mit Familie würden wir das kein zweites Mal ohne versuchen. Die Kosten für Fehler, etwa falsche Stream-Wahl oder unvollständige Unterlagen, sind höher als das Honorar.
Kosten: Was bezahlt ist und was noch kommt
Die kurze Antwort: Bezahlt sind bisher rund 4.120 AUD fürs Skill Assessment, 270 € für den PTE und 250 AUD für den Migration Agent. Der große Posten steht noch aus: 12.280 AUD Antragsgebühren für uns vier, fällig bei der Antragstellung. Hier die Zahlen im Einzelnen:
4.120 AUD
TRA Skill Assessment als Koch, bezahlt
270 €
PTE Academic in Hamburg, bezahlt
250 AUD
Erstgespräch Migration Agent, bezahlt
12.280 AUD
Antragsgebühren für uns vier, stehen noch aus
Die Antragsgebühren im Detail: Seit dem 1. Juli 2026 kostet das 186 laut dem offiziellen Preisrechner des Department of Home Affairs 6.140 AUD für den Hauptantragsteller, 3.070 AUD für einen erwachsenen Mitantragsteller und 1.535 AUD pro Kind unter 18 (Visa Pricing Estimator, abgefragt August 2026). Für zwei Erwachsene und zwei Kinder macht das 12.280 AUD. Als wir diesen Artikel im April geschrieben haben, lag dieselbe Rechnung noch bei rund 9.825 AUD. Zwischen Planung und Antrag können die Gebühren steigen, bei uns um rund 2.500 AUD.
Alle Posten im Detail aufklappen
| Was | Kosten | Status |
|---|---|---|
| TRA Skill Assessment als Koch (inkl. Übersetzungen) | ~4.120 AUD | Bezahlt |
| PTE Academic Test (Hamburg, 11.03.2026) | 270 € | Bezahlt |
| Anreise + Übernachtung PTE (bei uns überschaubar) | individuell | Bezahlt |
| Erstgespräch Migration Agent (Johannes Kunz) | ~250 AUD | Bezahlt |
| eVisitor (651) Tourist-Visum, alle vier | 0 € | Erteilt 28.05.2026 |
| 186-Antragsgebühren (2 Erwachsene + 2 Kinder) | 12.280 AUD | Bei Antragstellung |
| Agent-Honorar für den Antrag, Gesundheitschecks, Police Clearance | folgt | Nach der Nomination |
Dazu kommen später Gesundheitschecks, Police Clearances und das Honorar unseres Agents für den Antrag. Alle Auswanderungs-Kosten, vom Flug bis zur Kaution, haben wir gesammelt im Kosten-Guide aufgeschlüsselt. Sobald unsere 186-Rechnung komplett ist, tragen wir sie in beiden Artikeln nach.
Sponsor finden: Wie es wirklich gelaufen ist
Aus Deutschland heraus hatten wir es monatelang versucht: Facebook-Gruppen, Jobportale wie Seek und Indeed, direkte Anschreiben an Restaurants in der Region. In der Gastronomie funktioniert das praktisch nie. Die meisten Betriebe haben zwar Personalmangel, aber niemand stellt einen Koch ein, den er noch nie in seiner Küche gesehen hat. Anders ist das nur in internationalen Konzernen mit australischer Niederlassung, dort kann HR eine Nominierung auch aus der Ferne anstoßen. In der inhabergeführten Gastro? Vergiss es.
Deshalb war der Plan: hinfliegen, reingehen, Lebenslauf auf den Tisch. CVs persönlich abzugeben gilt in Australien als engagiert, nicht als altmodisch. Und genau so ist es dann auch gelaufen, nur schneller, als wir dachten.
In der ersten Woche habe ich einen deutschen Stammtisch in Byron Bay besucht. Der Rat dort, sinngemäß: rumgehen, offen sein, mit Leuten sprechen, in der Gastro wird immer gesucht, ein Kontakt bringt den nächsten. Ab Woche zwei bin ich mit dem Lebenslauf durch die Region, habe mich vorgestellt und dabei immer offen gesagt, wie mein Stand ist: Touristenvisum, arbeiten darf ich erst später. Mehrere Betriebe zeigten trotzdem Interesse, mich zu sponsern.
Ende Juli war es dann konkret: Threeways of the Valley, ein Café-Restaurant im Hinterland, will mich sponsern. Seitdem sitzen der Betrieb, unser Agent und ich gemeinsam an den Anträgen. Dass der Betrieb in den Bergen liegt, ist für uns kein Kompromiss, sondern der Plan: In dieser Region wollen wir wohnen.

Und der Plan B? Den gab es, so nüchtern wie möglich: Wäre bis zum Ende der drei Monate kein Sponsor in Sicht gewesen, wären wir zurückgeflogen. Kein Verlängerungs-Basteln, kein Visum-Hopping mit zwei kleinen Kindern. Wir haben diese Antwort damals oft gegeben, wenn Leute gefragt haben, was passiert, wenn es nicht klappt. So weit kam es nicht.
Die Nomination: Was gerade passiert
Das 186 besteht aus zwei Anträgen, nicht aus einem. Zuerst nominiert der Arbeitgeber die Position, erst danach beantragt der Arbeitnehmer das Visum. Genau zwischen diesen beiden Schritten stehen wir gerade: Der Betrieb arbeitet an seinem Teil, der Nomination.
186-Verfahren · Station 8 von 11Nomination läuftStand: 17.08.2026
Die Nomination ist der Teil des Verfahrens, den man als Antragsteller kaum sieht und der trotzdem über alles entscheidet. Der Arbeitgeber reicht sie online über sein ImmiAccount ein und zahlt dafür selbst: 540 AUD Nomination-Gebühr plus die Abgabe in den Skilling Australians Fund, einmalig 3.000 AUD bei einem Jahresumsatz unter 10 Millionen AUD, sonst 5.000 AUD (Department of Home Affairs, Cost of sponsoring, 2026). Für einen kleinen Betrieb ist das ein echtes Bekenntnis. Auch deshalb sind wir dankbar, dass unser Sponsor diesen Weg mitgeht.
Zur Nomination gehört auch das Gehalt: Die nominierte Stelle muss mindestens die Core Skills Income Threshold erreichen, seit dem 1. Juli 2026 sind das 79.423 AUD Jahresgehalt (Department of Home Affairs, Salary requirements). Die Schwelle hieß früher TSMIT und wird jährlich angehoben. Mehr als diesen Rahmen nennen wir hier bewusst nicht, mein Gehalt liegt über der Schwelle, und das ist die einzige Zahl, die für das Visum zählt.
Was uns beim Erklären selbst überrascht hat: Die "Nummer", auf die ich warte, heißt offiziell Transaction Reference Number (TRN). Sie entsteht bereits, wenn der Arbeitgeber die Nomination einreicht, nicht erst bei der Bewilligung. Mit dieser TRN kann ich meinen eigenen Visa-Antrag verknüpfen und muss dafür nicht auf die Nomination-Entscheidung warten (Department of Home Affairs, 186 Direct Entry). Wird die Nomination zuerst bewilligt, gilt: Der Visa-Antrag muss innerhalb von 6 Monaten danach gestellt werden. Beides stimmen wir mit unserem Agent ab.
Familie im 186: Lucy und die Kinder als Dependents
Ein großer Pluspunkt des 186: Familienmitglieder laufen als Dependents im selben Antrag mit. Laut Department of Home Affairs gelten Ehepartner oder De-facto-Partner sowie Kinder als "members of the family unit" (Department of Home Affairs, 2026). Bedeutet für uns: Ich bin primärer Antragsteller, Lucy, Joris und Linnea sind mit drin. Wird das Visum bewilligt, sind alle vier gleichzeitig permanent in Australien.
Das hat praktische Vorteile. Lucy muss keine eigene Visum-Route bauen, die Kinder ebenfalls nicht. Die Antragsgebühren fallen pro Person an, das ist der Nachteil, aber ein gemeinsames Verfahren ist immer noch schneller und günstiger als vier einzelne. Eine Regel sollte man kennen: Für erwachsene Familienmitglieder ohne nachgewiesenes Functional English verlangt das Department eine zweite Rate von 4.890 AUD, fällig erst kurz vor der Bewilligung (Department of Home Affairs). Der Nachweis geht zum Beispiel über einen Englisch-Test oder ein englischsprachiges Studium.
Was das 186 nicht sofort mitbringt: kostenlose Schule und Medicare. Bis zur Bewilligung zahlen wir beides selbst, die Details dazu stehen im nächsten Abschnitt. Wie wir Joris' Einschulung und Linneas Betreuung planen, haben wir hier aufgeschrieben: Auswandern nach Australien mit Kindern: Unsere ehrliche Vorbereitung.
Bridging Visa und Medicare: die Zeit dazwischen
Die Monate zwischen Antrag und Entscheidung regelt ein Bridging Visa. Bei einem Onshore-Antrag wie unserem entsteht automatisch ein Bridging Visa A (Subclass 010). Wichtig zu verstehen: Es beginnt nicht sofort, sondern erst, wenn das aktuelle Visum endet, bei uns also der eVisitor (Department of Home Affairs, Bridging visa A). Bis dahin gelten die eVisitor-Regeln weiter, inklusive Arbeitsverbot.
Zum Arbeiten auf dem Bridging Visa: Bridging Visas aus einem Antrag auf ein permanentes Visum kommen in der Regel ohne Arbeitsverbot. Verbindlich ist aber erst, was im eigenen Grant Letter steht, und genau da werden wir nachschauen, sobald wir ihn haben. In einer früheren Fassung dieses Artikels stand, unser Agent "stattet das Bridging Visa mit Arbeitsrechten aus". So läuft es nicht, die Rechte ergeben sich aus den Regeln, nicht aus einem Antrag des Agents. Wir korrigieren das hier ausdrücklich.
Eine Einschränkung haben wir erst spät verstanden: Mit einem aktiven Bridging Visa A dürfen wir Australien nicht verlassen, es erlaubt keine Wiedereinreise. Wer während der Wartezeit nach Deutschland will, braucht vorher ein separates Bridging Visa B. Für uns heißt das: Zwischen Antrag und Entscheidung liegt womöglich mehr als ein Jahr, in dem ein spontaner Deutschland-Besuch nicht drin ist. Das sollte jede Familie vorher wissen.
Und Medicare? Deutschland gehört nicht zu den elf Ländern mit einem Gesundheitsabkommen mit Australien (Services Australia, Reciprocal Health Care Agreements). Als Antragsteller auf ein permanentes Visum kann man Medicare beantragen, sobald drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: Antrag gestellt, im Land, und das aktuelle Visum erlaubt Arbeit (Services Australia, Medicare-Richtlinien). Für uns heißt das konkret: Solange der eVisitor läuft, sind wir privat versichert, erst mit dem aktiven Bridging Visa können wir Medicare beantragen. Wie unsere private Auslandsversicherung aussieht, steht im Krankenversicherungs-Artikel.
Timeline: Wo wir heute stehen
Elf Stationen, sieben erledigt, eine läuft. Wir haben den Prozess im Dezember 2025 gestartet, mit dem Erstgespräch beim Migration Agent. Der Stapel unten ist unser Verfahren zum Durchblättern, er schlägt bei der Station auf, an der wir gerade festhängen:
Nomination des Arbeitgebers
Der Betrieb reicht seinen Teil des Antrags ein: die Nominierung der Position. Wir können in dieser Phase nichts tun außer zuarbeiten und warten.
8 / 11Nomination des Arbeitgebers
Der optimistische Pfad ab hier: Nomination durch, Antrag eingereicht, Bridging Visa, und irgendwann im Laufe von 2027 die Entscheidung. Der realistische: Alles kann sich schieben. Die Behörde veröffentlicht offizielle Richtwerte, und die lesen sich so: Die Hälfte aller Direct-Entry-Anträge ist nach 10 Monaten entschieden, 9 von 10 nach 14 Monaten, und jeder zehnte dauert noch länger (Global Visa Processing Times, abgefragt August 2026). Wir haben uns innerlich darauf eingestellt, dass zwischen Antrag und Bewilligung mehr als ein Jahr liegen kann.
Was wir bis jetzt gelernt haben
Vier Dinge, die wir gerne früher gewusst hätten:
1. Stream-Wahl früh klären
Der Unterschied zwischen Direct Entry und Transition wirkt auf dem Papier klein, im Verfahren ist er riesig. Wir haben das erst beim Erstgespräch mit dem Agent wirklich verstanden. Wer mit einem falsch angenommenen Stream losrennt, verliert Monate.
2. Skill Assessment vor allem anderen
Ohne TRA kein 186. Und das TRA kann, je nach Weg, Monate dauern. Wir haben es über ATTC gemacht, weil das schneller ist. Details stehen im Skill-Assessment-Artikel oben. Wer erst mit dem Rest anfängt und das Skill Assessment hinten anhängt, verschenkt Zeit.
3. Aus Deutschland heraus keinen Sponsor erzwingen
Wir haben lange versucht, den 186-Antrag komplett aus Deutschland durchzuziehen. Gibt es Leute, bei denen das funktioniert? Ja, aber selten, und fast nur in Konzernen mit australischer Tochter. In der inhabergeführten Gastronomie: Lass es. Spart Nerven.
4. Nach der Sponsor-Zusage fängt ein neues Warten an
Die Zusage fühlt sich wie das Ziel an. Sie ist aber der Start der eigentlichen Behörden-Kette: Nomination, Visa-Antrag, Bridging Visa, Entscheidung. Jede Station hat ihr eigenes Tempo, und auf keine davon hat man selbst Einfluss. Wer nur bis zur Sponsor-Suche plant, plant zu kurz, finanziell wie mental.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert das Visum 186 realistisch?
Das Department of Home Affairs veröffentlicht dafür Richtwerte: Die Hälfte aller Anträge im Direct Entry Stream ist aktuell nach 10 Monaten entschieden, 9 von 10 nach 14 Monaten, jeder zehnte dauert noch länger (Global Visa Processing Times, Stand August 2026). Dazu kommt vorab die Zeit für Skill Assessment, Englisch-Test und die Nomination des Arbeitgebers. Bei uns lagen zwischen Erstgespräch und laufender Nomination rund acht Monate.
Darf ich auf dem Bridging Visa in Australien arbeiten?
Mit dem 186-Antrag aus Australien entsteht automatisch ein Bridging Visa A. Es wird aktiv, sobald das aktuelle Visum abläuft, bei uns der eVisitor. Bridging Visas aus einem Antrag auf ein permanentes Visum kommen in der Regel ohne Arbeitsverbot, verbindlich steht es aber erst im eigenen Grant Letter. Auf dem Touristenvisum selbst gilt weiterhin: keine Arbeit.
Dürfen wir während der Wartezeit nach Deutschland fliegen?
Mit einem aktiven Bridging Visa A nicht, es erlaubt keine Wiedereinreise. Wer während der 186-Wartezeit ausreisen will, braucht vorher ein separates Bridging Visa B. Das planen wir bewusst ein: Zwischen Antrag und Entscheidung liegt womöglich mehr als ein Jahr ohne spontanen Deutschland-Besuch.
Brauche ich wirklich einen Migration Agent?
Pflicht ist es nicht. Aber ein 186-Antrag mit Familie ist komplex: Stream-Wahl, Dokumentenliste, Fristen, Nomination und Visa-Antrag müssen zusammenpassen. Unser Erstgespräch mit Johannes Kunz (~250 AUD) hat mehr geklärt als die eigene Recherche davor. Für einen klaren Einzelfall ohne Familie kann ein Selbstantrag gehen. Mit Kindern würden wir davon abraten.
Was kostet das Visum 186 insgesamt für eine Familie?
Die reinen Antragsgebühren liegen seit dem 1. Juli 2026 bei 12.280 AUD für zwei Erwachsene und zwei Kinder: 6.140 AUD Hauptantragsteller, 3.070 AUD Partner, je 1.535 AUD pro Kind (Visa Pricing Estimator, Department of Home Affairs). Dazu kommen Skill Assessment (~4.120 AUD), Englisch-Test, Migration Agent, Gesundheitschecks und Police Clearance. Für erwachsene Familienmitglieder ohne nachgewiesenes Functional English kann eine zweite Rate von 4.890 AUD anfallen. Insgesamt rechnen wir weiter mit einem niedrigen fünfstelligen Euro-Betrag.
Warum nicht erst ein 482-Visum und später das 186?
Das 482 (Skills in Demand) ist das gängigere Arbeitgeber-Sponsoring: befristet, oft schneller, aber kein Daueraufenthalt. Unser Migration Agent hat uns von Anfang an das direkte 186 empfohlen, wenn der Arbeitgeber mitzieht, weil es sofort permanent ist. Viele Arbeitgeber bieten lieber das 482 an, weil es den Arbeitnehmer länger bindet. Unser Sponsor war bereit, direkt das 186 zu nominieren, deshalb sparen wir uns den Zwischenschritt.
Warum nicht das Punkte-Visum (189 oder 190)?
Die Punkte-Visa sind unabhängig von einem Arbeitgeber, brauchen aber sehr hohe Punktzahlen, und für Köche ist die Konkurrenz eng. Eine parallele EOI für 189/190 bleibt unser Plan B, vor allem falls ich den PTE später auf Superior hochziehe. Mit gefundenem Sponsor ist das 186 unser Hauptweg.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt unsere persönliche Erfahrung und den Stand unseres laufenden Verfahrens im August 2026. Er ist kein Migrationsrat und ersetzt keine professionelle Beratung durch einen registrierten Migration Agent oder Anwalt. Regelungen, Kosten und Bearbeitungszeiten können sich kurzfristig ändern, verbindliche Auskünfte gibt es nur direkt beim australischen Department of Home Affairs oder einem qualifizierten Berater.
Zuletzt aktualisiert: 17.08.2026 · Quellen:Department of Home Affairs – Visa 186,DHA Visa Pricing Estimator,Services Australia,Pearson PTE Academic,Trades Recognition Australia
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