Christian, Lucy, Joris und Linnea bei der eigenen Hochzeit in der die farm in Essen, Oktober 2025 — zwei Monate vor der Schließung des Restaurants und ein halbes Jahr vor dem Abflug nach Australien
Inhalt
Wer wir sind Wie alles begann (2016) Die Rückkehr 2018 und das Restaurant die farm Der Moment der Entscheidung (Frühjahr 2024) Warum Australien — und warum jetzt Wie wir uns vorbereitet haben Was es bedeutet, alles aufzugeben Wie es jetzt weitergeht Warum wir es trotzdem tun Faktenmatrix auf einen Blick Häufig gestellte Fragen
Key Takeaways

Wer recherchiert, ob seine Familie nach Australien auswandern soll, findet im deutschen Netz vor allem polierte Reise-Reels und Migrationsagenturen, die selbst nie ausgewandert sind. Wir wollen das anders machen. Hier steht die ganze Geschichte — wie aus zwei Jahren Byron Bay vor zehn Jahren irgendwann eine Familie wurde, wie aus einem Restaurant in Essen ein Gemüsegarten wurde, und wie aus einem Frühjahr-2024-Gespräch am Küchentisch die Entscheidung wurde, alles aufzugeben und auf einem anderen Kontinent neu anzufangen — mit zwei kleinen Kindern, ohne PR, mit drei bis vier Monaten finanzieller Reichweite. Wenn du gerade selbst überlegst, ob dein Familien-Auswanderungsprojekt realistisch ist: dieser Text ist eine ehrliche Vergleichsfolie. Stand Mai 2026, sechs Wochen vor Christians Abflug.

Stand & Hinweis

Stand: Mai 2026, gut sechs Wochen vor meinem Abflug. Wir aktualisieren diesen Artikel quartalsweise — vor allem nach der Ankunft in Australien, wenn aus „so ist der Plan" ein „so war es wirklich" wird.

Wir sind keine Migrationsberatung. Was hier steht, ist unsere Erfahrung. Behörden-Fakten verlinken wir; verbindliche Auskünfte gibt's nur direkt beim Department of Home Affairs oder einem registrierten Migration Agent.

Wer wir sind

Wir sind eine vierköpfige Familie aus Essen — Christian (37), Lucy (30), Joris (6) und Linnea (2) — und wir wandern im Sommer 2026 nach Australien aus. Ich bin ausgebildeter Koch und habe bis Ende 2025 das Restaurant die farm in Essen geführt. Lucy schließt aktuell ihre Masterthesis in Innenarchitektur ab. Diese Geschichte ist unsere — kein Migrationsrat, kein TV-Format, sondern das, was tatsächlich passiert.

Ich (Christian, geb. 04.02.1989) pendle im Mai 2026 zwischen Kinderbetreuung und Renovierungsarbeiten in der Wohnung; abends sitze ich an Recherche, Blog und Videos. Lucy (geb. 27.01.1995) hat ihre Masterthesis als Einzelprojekt vor Augen und führt nebenher die Kamera bei vielen unserer Beiträge.

Joris (geb. 30.11.2019) startet im Januar 2027 in Australien in die Schule und lernt schon spielerisch Englisch. Was sagt er zu allem? Auf die Info „wir fliegen in drei Monaten" antwortete er: „Warum erst so spät?" Das ist sein O-Ton. Linnea (geb. 23.08.2023) ist noch zu klein, um das Ausmaß zu verstehen, aber sie ist mittendrin — und das ist gut so.

Zur Einordnung: ✓ eigene Erfahrung. Wir sind keine Migrationsberatung — wir teilen, was wir tun, nicht was du tun sollst.

Wie alles begann (2016)

2016 sind wir zu zweit nach Byron Bay geflogen — ich für meine Koch-Ausbildung, Lucy für ein Auslandssemester, das sie kurzfristig dazu organisiert hatte. Aus dem einen Semester wurden zwei. Aus den zwei Semestern wurden ein paar extra Wochen. Diese eine spontane Bauchentscheidung damals ist der Ursprung von allem, was heute folgt — ohne Lucys spontane Zusage hätte es uns als Paar nicht gegeben, weder Joris noch Linnea, weder Wildgewachsen noch diesen Blog.

Nach Lucys Studienzeit sind wir beide gemeinsam für einen Heimaturlaub nach Deutschland geflogen. Lucy ist dann in Deutschland geblieben, weil sie weiterstudieren wollte. Ich bin alleine zurück nach Byron Bay, um meine Ausbildung fertig zu machen. Insgesamt habe ich fast zwei Jahre dort gelebt; Ende 2018 bin ich endgültig nach Deutschland zurück.

Was niemand auf der Rechnung hatte: Der Abschied von Familie, Freunden — und vor allem von Lucy — am Ende des Heimaturlaubs war hart. Nicht „bisschen schwer". Hart. Das hat sich später, Jahre später, in die Rückkehr-Entscheidung Ende 2018 hineingelegt. Wir kannten Australien als Lebensraum, wir kannten die Region, wir hatten dort einen Alltag aufgebaut. Aber am Ende war Deutschland näher — Familie, Sprache, eine Restaurant-Chance.

Wer hätte gedacht, dass eine Bauchentscheidung in einem Reisebüro 2016 die Linie wird, an der zehn Jahre später unser ganzes Leben hängt? Wir nicht.

Zur Einordnung: ✓ eigene Erfahrung. Daten ungefähr (~2016 bis Ende 2018), genaue Tage führen wir nicht im Kalender.

Die Rückkehr 2018 und das Restaurant die farm

Ende 2018 sind wir nach Deutschland zurück. Pachtvertrag und Gewerbeanmeldung für das Restaurant die farm in Essen folgten am 1. Februar 2019 — die ersten Renovierungsarbeiten haben wir schon im Dezember 2018 angefangen. Sieben Jahre später, am 31. Dezember 2025, haben wir das Restaurant geschlossen. Zwischen diesen beiden Eckdaten liegt die Geschichte, aus der die Marke Wildgewachsen entstanden ist.

Heimweh war der eine Faktor — nach Familie, nach Sprache, in der man auch über Steuerformulare sprechen kann. Der andere Faktor war konkret: Wir konnten in Essen ein Restaurant übernehmen. Eine einmalige Chance, die wir nicht verstreichen lassen wollten.

Das Restaurant liegt auf dem Rutherhof in Essen — einer Gesamtanlage mit Swinggolf und Fußballgolf. Wir haben nur das Restaurant geführt, nicht die ganze Anlage. Das Konzept war eine Ausflugsgaststätte mit Straußenfleisch als Besonderheit: Steak, Gulasch, Geschnetzeltes, Burger. 60 Sitzplätze innen, 60 außen. Durch das Spielangebot der Anlage war das Restaurant gleichzeitig Eventlocation — Geburtstage, Firmenfeiern, Hochzeiten. Eine dieser Hochzeiten war unsere eigene.

Im Oktober 2025 haben wir in unserem Restaurant geheiratet — zwei Monate vor der Schließung. Das Titelbild dieses Artikels stammt von diesem Tag; Christian, Lucy, Joris und Linnea, an dem Ort, an dem wir sieben Jahre gearbeitet haben. Kurz danach haben wir die Türen zugeschlossen.

In den letzten zwei Jahren ist daneben etwas gewachsen, das niemand am Anfang geplant hatte: ein eigener Gemüseanbau auf dem Restaurant-Gelände. Aus einem Stück Garten wurde ein richtiger Gemüseanbau, aus einem Hobby wurde ein Content-Format, aus dem Content-Format wurde Wildgewachsen — unser YouTube-Kanal, dieser Blog. Wer uns folgt, kennt eher den Garten als das Restaurant. Das ist kein Zufall: Das Restaurant war der Beruf, der Garten war das, was wir auch ohne Bezahlung gemacht hätten.

Unser Team war übrigens loyal und über Jahre eingespielt — Vollzeit-Crew die letzten Jahre stabil, Wechsel nur bei Aushilfen. Personal-Knappheit war für uns nie der akute Schmerz; das Bewusstsein, dass es jederzeit kritisch werden könnte, war aber immer da. Aufgehört haben wir nicht, weil das Team auseinandergefallen wäre. Aufgehört haben wir, weil wir nach Australien wollten.

Zur Einordnung: ✓ eigene Erfahrung. Restaurant geschlossen am 31. Dezember 2025.

Der Moment der Entscheidung (Frühjahr 2024)

Frühjahr 2024 — gut zwei Jahre vor Abflug — saß ich zum ersten Mal ernsthaft mit Lucy am Küchentisch und sagte: Ich glaube, ich kann das Restaurant nicht weitermachen. Nicht „ich brauche eine Pause", nicht „ich will eine Auszeit", sondern: ich sehe nicht, wie das die nächsten zehn Jahre gut gehen soll. Aus diesem Gespräch ist über mehrere Wochen die gemeinsame Entscheidung geworden, nach Australien auszuwandern.

Die Faktoren waren nüchtern: Zu viel Arbeit für eine kleine Familie. Zu wenig Zeit für die Kinder, vor allem im Sommer, wenn ich quasi nicht zuhause war. Lebensqualität auf einem Niveau, das auch Lucy nicht mehr leise mittragen wollte. Es gab keinen einzelnen Moment des Bruchs — eher viele kleine, die sich zu einem Bild summiert haben.

Im selben Frühjahr lagen aber auch drei Hebel gleichzeitig auf dem Tisch, die einen Korridor geöffnet haben: Lucy stand vor dem Master-Abschluss. Joris stand etwa anderthalb Jahre vor der Schule — also genau das Zeitfenster, in dem ein Schulwechsel ins Ausland am einfachsten ist (er kommt drüben in die Schule, statt eine deutsche Schule mittendrin zu wechseln). Linnea war so klein, dass sie sich an Deutschland nicht festhalten würde. Wenn nicht jetzt, dann erst wieder in zehn Jahren — und ich wäre dann 47, Joris 16. Drei Hebel, ein Fenster.

Wir haben nicht logisch entschieden. Es gab keine Excel-Liste, in der „Pro Australien" gewonnen hat. Es gab viele Abendgespräche und an einem Punkt eine gemeinsame Klarheit: Wenn nicht jetzt, dann nie. Diese Klarheit ist seitdem nicht weggegangen — auch in den schwersten Wochen der Vorbereitung nicht.

Wie trifft man die Entscheidung, ein Restaurant aufzugeben, das man sechs Jahre lang aufgebaut hat? Nicht mit einer Excel-Tabelle, sondern mit einem Bauchgefühl, das man so lange ignoriert hat, bis es laut genug wird, um zuzuhören.

Zur Einordnung: ✓ eigene Erfahrung. Das war emotional, nicht nüchtern. Eine Bauchentscheidung mit klarem Auslöser.

Warum Australien — und warum jetzt

Australien ist für uns kein recherchierter Wunsch — wir kennen die Region. Zwei Jahre Byron Bay sind kein Backpacking-Trip, sondern gelebter Alltag mit Behörden, Wohnen, Wäsche. Genau drei familiäre Fenster fallen aktuell zusammen: Lucys Master-Abschluss, Joris' Schul-Eintritt, meine Restaurant-Müdigkeit. Diese Konstellation gibt uns einen Korridor, der sich nach 2026 nicht so wieder öffnet.

„Warum jetzt" hat drei Schichten. Die familiäre: Lucys Master ist gleich fertig, Joris steht direkt vor der Einschulung, Linnea ist im richtigen Alter. Die berufliche: Ich habe genug vom Restaurant, Lucy hat eine konkrete Gegenrichtung mit ihrer Innenarchitektur in einer Region mit vielen interessanten Bauprojekten. Die zeitliche: Jeder weitere Jahrgang in Deutschland würde den Schulwechsel für Joris härter machen und das Fenster langsam zudrücken.

Wir sind dabei realistisch. Byron Bay direkt — der teure Inner-Suburb-Wunsch — ist mit zwei Kindern und ohne festen Job in Reichweite, aber nicht garantiert. Mullumbimby ist aktuell unser Favorit für die erste Wohnung: Schule, Infrastruktur, Pendelradius — das Kriterium ist 35 bis 40 Minuten zwischen Wohnort und meinem möglichen Arbeitsplatz, nicht weiter. Wenn Mullumbimby nicht klappt, schauen wir weiter in der Gegend (Northern Rivers). Wir sind nicht an einen Ort verheiratet, wir sind an eine Region verheiratet.

Was suchen wir konkret in Australien? Mehr Familienzeit ohne Schicht-Kultur. Klima, das man als Geschenk und nicht als Last empfindet. Eine Arbeitskultur, in der Kochberuf nicht heißt, dass ich im Sommer mein eigenes Kind drei Wochenenden am Stück nicht sehe.

Zur Einordnung: ✓ eigene Erfahrung Region (zwei Jahre BB) + ⏳ eigene Schätzung Erstwohnort.

Wie wir uns vorbereitet haben

Bis Anfang Mai 2026 haben wir die meisten Vor-Bürokratie-Schritte abgehakt: Visum-Strategie steht (186 Employer Nomination Scheme), PTE Academic ✓ (Score 89, Proficient, 270 € am 11. März 2026 in Hamburg bei der Berlitz Deutschland GmbH), Skill Assessment als Koch ✓, Migration Agent beauftragt. Was uns bevorsteht: Tourist-Visum-Antrag für alle vier in den nächsten Tagen, dann mein Abflug am 23. Juni und die Sponsor-Suche vor Ort.

Was wir konkret abgehakt haben:

Die Wohnungsauflösung läuft, ist hart: Kleiderschränke aussortieren, Kindersachen aussortieren, Möbel verkaufen. Was nicht ins Flugzeug passt, geht in unser Kistensystem: nummerierte Kartons, exakt dokumentiert, Lagerung bei Lucys Vater, Versand auf Abruf nach Australien. Die Kalkulation: rund 110 € pro 10-kg-Karton, rund 170 € pro 20-kg-Karton (Angebote, die wir vorliegen haben — Endpreis variiert). Container-Service kam für unsere Menge nicht in Frage; zu teuer.

Wenn dich die kompletten Kosten interessieren — was bezahlt, was geschätzt, was geplant —, ist alles aufgeschlüsselt in unserem Kosten-Artikel: Auswandern nach Australien als Familie: Was es wirklich kostet — unsere echten Zahlen (2026).

Den ausführlichen Visum-186-Weg als Familie — Streams, Voraussetzungen, Sponsor-Strategie, Zeitplan — haben wir hier geschrieben: Visum 186 Australien: Unser Familien-Weg zum Employer Sponsored Visa (2026).

Und das Skill Assessment als selbstständiger Koch mit allen Stolperfallen bei der Dokumentation steht hier im Detail: TRA Skill Assessment als Koch: Was es wirklich kostet — besonders als Selbständiger.

Zur Einordnung: ✓ eigene Erfahrung für alle Schritte. Visum-Gebühren und Bedingungen ändern sich laufend — verbindliche Auskünfte direkt beim Department of Home Affairs.

Was es bedeutet, alles aufzugeben

Mai 2026 ist nicht entspannt. Beide gestresst, viele Baustellen gleichzeitig, alle ungefähr gleich gewichtig. Lucy schreibt vollzeit an ihrer Masterthesis und hat sich eine selbstgesetzte Deadline gesetzt: 23. Juni — mein Abflug. Offiziell wäre Mitte Juli die Abgabe, realistisch ist das aber nicht: Sobald ich weg bin, ist Lucy alleine mit zwei Kindern und der Restwohnung. Ihre Professorin trägt das Tempo mit, aber es ist eng.

Ich recherchiere tagsüber zwischen Kinderbetreuung — die aktuell oft ausfällt — und Renovierungsarbeiten in der Wohnung (streichen, kleinere Reparaturen, alles, was bis zur Schlüsselübergabe fertig sein muss). Abends schreibe ich Blog, schneide Videos, arbeite mich durch Aussie House Sitters und Facebook-Gruppen. Die Realisierung setzt ein, dass in Australien sehr viel auf einmal auf meinen Schultern hängen wird: ohne Job kein Sponsor, ohne Sponsor kein Visum, ohne Visum keine Familie nachholen. Diese Kette ist das, was nachts wachhält.

Beim Aussortieren der Wohnung haben wir eine klare Aufteilung: Ich würde gerne mehr aussortieren — radikaler trennen, weniger lagern. Lucy hat die Kindersachen über Jahre liebevoll auf Flohmärkten besorgt; jedes Stück eine bewusste Wahl, keine Massenware. Bei Kindersachen gebe ich meine Meinung ab, überlasse aber Lucy die Entscheidung. Das ist fair, weil sie die Sachen damals ausgewählt hat — und es ist fair, weil sie weiß, was sie für die Kinder als Erinnerung behalten will.

Wir reden ehrlich darüber, was diese Phase macht. Wenig Zeit füreinander gerade. Wenig gemeinsame Gespräche, die nicht gleichzeitig Logistik sind. Stabilität als Paar ist solide — wir zweifeln nicht am Entschluss, wir wissen, dass das eine Phase ist, durch die wir gemeinsam müssen, und dass es in Australien wieder anders wird. Aber das hier ist kein TV-Format. Das ist anstrengend, manchmal traurig, manchmal einfach laut.

Was passiert in einer Familie, wenn man monatelang gleichzeitig Wohnung, Restaurant-Schließung, Visum-Bürokratie und ein zweites Leben am anderen Ende der Welt zusammenhalten muss? Antwort: Man redet mehr über das Vorhaben und die Planung als über sich. Man weiß das. Und man hält trotzdem aus, weil das die Grundlinie ist, die in zwei Monaten endet.

Der Monat zwischen 23. Juni und 26. Juli wird die ehrlichste Belastung: Lucy alleine mit beiden Kindern, parallel die letzten Wochen der Masterthesis, parallel die Restauflösung. Auffangnetz haben wir — beide Familien wohnen in Essen und Mülheim, Freunde springen ein, Lucys Eltern sind logistisch und mental nah dran. Das ändert nichts daran, dass dieser Monat hart wird. Wir schreiben das hier so deutlich, weil wir wissen, dass viele Familien-Auswanderungs-Stories die Wochen vor dem Flug auf zwei Sätze runterkürzen. Das ist nicht ehrlich.

Zur Einordnung: ✓ eigene Erfahrung, persönlicher Tiefpunkt. Stand: Anfang Mai 2026, Abflug in sieben Wochen.

Wie es jetzt weitergeht

Ich fliege am 23. Juni 2026 alleine vor. In den ersten zwei bis vier Wochen suche ich Sponsor-Arbeitgeber, Auto und Wohnung in der Region Northern Rivers. Lucy und die Kinder folgen am 26. Juli 2026. Joris startet im Januar 2027 in der Schule — das australische Schuljahr beginnt im Januar — Linneas Betreuung ist noch nicht 100 % geklärt.

Mein Plan für die ersten Wochen

Lucys Plan für die ersten Monate

Zur Einordnung: ✓ eigene Erfahrung (Plan) + ⏳ eigene Schätzung (Reihenfolge der ersten Wochen). Wir wissen nicht, wie schnell Job und Sponsor klappen — wir hoffen auf zwei bis sechs Wochen, planen finanziell mit drei bis vier Monaten Puffer.

Warum wir es trotzdem tun

Wir wollen, dass die Kinder in einer Umgebung aufwachsen, die wir für sie als gut empfinden — Strand, Garten, weniger Schicht-Arbeitskultur, mehr gemeinsame Zeit. Wir wollen, dass abendliche Gemeinsamkeit nicht ein verdienter Wochenend-Moment ist, sondern Alltag. Wir wollen, dass Lucy mit ihrer Innenarchitektur an Projekten arbeitet, die sie reizen, und wir wollen, dass ich wieder kochen kann, ohne dass es mich als Mensch verbraucht.

Wir versprechen niemandem etwas. Wir wissen nicht, ob es klappt. Wenn der Sponsor in den ersten drei Monaten nicht steht, wird es eng. Wir haben keinen großen Puffer — drei bis vier Monate Reichweite, dann muss Geld reinkommen. Kein PR heißt: Schule und Medicare zahlen wir selbst. Lucy kann anfangs nicht voll arbeiten. Ich muss visa-bedingt die ersten zwei Jahre als Koch arbeiten. Das alles wissen wir.

Trotzdem: Das ist unser Weg. Wir teilen ihn auf YouTube, Instagram und in diesem Blog — nicht, um Reise-Inspiration zu produzieren, sondern weil wir wollen, dass andere Familien, die vor einer ähnlichen Entscheidung stehen, ehrliche Zahlen und ehrliche Geschichten finden statt polierte Influencer-Versionen. Wenn dich das interessiert, lies mit. Wir schreiben weiter.

Faktenmatrix auf einen Blick

Eckpunkt Wert Quelle / Einordnung
Familie 4 Personen — Christian (37), Lucy (30), Joris (6), Linnea (2) ✓ eigene Erfahrung
Restaurant Pachtvertrag 1. Februar 2019 — 31. Dezember 2025 ✓ eigene Erfahrung
Restaurant-Konzept Ausflugsgaststätte mit Straußenfleisch, 60 + 60 Sitzplätze ✓ eigene Erfahrung
Eigene Hochzeit im Restaurant Oktober 2025 (Titelbild dieses Artikels) ✓ eigene Erfahrung
PTE Academic Englisch-Test 11.03.2026, Berlitz Hamburg, 270 €, Score 89 (Proficient) ✓ eigene Erfahrung · 📊 Pearson PTE
Skill Assessment als Koch Abgeschlossen via Trades Recognition Australia ✓ eigene Erfahrung · 📊 TRA
Migration Agent Johannes Kunz, JK Migrate ✓ eigene Erfahrung — Empfehlung
Visum-Ziel 186 (Employer Nomination Scheme), Sponsor-Suche vor Ort 📊 DHA Visa 186
Tourist-Visum Alle 4 beantragen gemeinsam, 12 Monate gültig, 3-Monats-Aufenthalt mit Einreise ✓ eigene Erfahrung · 📊 DHA
Christian — Abflug 23. Juni 2026 ✓ Flug gebucht
Lucy + Kinder — Nachreise 26. Juli 2026 ✓ Flug gebucht
Zielregion Northern Rivers, NSW (Favorit Mullumbimby) ✓ eigene Erfahrung Region · ⏳ Schätzung Erstwohnort
Joris — Schul-Start AU Januar 2027 (australisches Schuljahr) ⏳ erwartet, nicht final bestätigt
Finanzielle Reichweite 3 bis 4 Monate ohne Einkommen ⏳ eigene Schätzung
Versand-Kisten 10 kg ≈ 110 € · 20 kg ≈ 170 € ✓ eigene Erfahrung (Angebote Mai 2026)

Häufig gestellte Fragen

Warum seid ihr nach Australien ausgewandert?

2016 sind wir gemeinsam für meine Koch-Ausbildung nach Byron Bay geflogen, Lucy als Auslandssemester. Aus zwei Semestern wurden zwei volle Jahre Region, in denen wir uns zu Hause gefühlt haben. Der Wunsch zurückzukehren ist seit der Rückkehr Ende 2018 nie weg gewesen. 2026 fallen Lucys Master-Abschluss, Joris' Schul-Eintritt und unsere Restaurant-Müdigkeit auf einen Punkt — ein einmaliger Korridor.

Was war der konkrete Auslöser für die Entscheidung?

Im Frühjahr 2024 habe ich zum ersten Mal ernsthaft mit Lucy am Küchentisch gesagt, ich kann das Restaurant nicht weitermachen. Zu viel Arbeit, zu wenig Familienzeit, vor allem im Sommer. Lucy stand vor dem Master-Abschluss, Joris vor dem Schul-Eintritt — drei Hebel auf einmal. Wir haben gemeinsam entschieden: Wenn nicht jetzt, dann nie.

Wann habt ihr das Restaurant die farm geschlossen?

Wir haben das Restaurant die farm in Essen vom 1. Februar 2019 bis zum 31. Dezember 2025 betrieben — knapp sieben Jahre. Im Oktober 2025 haben wir dort noch unsere eigene Hochzeit gefeiert, zwei Monate vor der Schließung. Unser Team war loyal und eingespielt, Personal-Knappheit war kein Schließungsfaktor. Die Auswanderung war.

Welches Visum nutzt ihr und wieso?

Wir gehen den Weg über das Visum 186 (Employer Nomination Scheme) — das verlangt einen Sponsor-Arbeitgeber in Australien, den ich als ausgebildeter Koch vor Ort suchen werde. Skill Assessment Koch ist abgeschlossen, PTE Academic mit Score 89 (Proficient) bestanden, Migration Agent Johannes Kunz beauftragt. Den ausführlichen 186-Weg haben wir in einem eigenen Artikel beschrieben: Visum 186 Australien.

Warum reist Christian zuerst alleine?

Ich fliege am 23. Juni 2026 alleine vor, Lucy und die Kinder folgen am 26. Juli. In den vier Wochen suche ich Sponsor, Auto und Wohnung in der Region Northern Rivers. Job und Sponsor sind der Schlüssel für alles — Visum, Wohnung, Familienzusammenführung. Wenn Lucy und die Kinder dazustoßen, soll der Rahmen stehen.

Was kostet eine Auswanderung als Familie nach Australien?

Wir haben bis Anfang Mai 2026 rund 6.900 € für die Vorbereitung in Deutschland ausgegeben (größter Posten: Familien-Flüge). Die Visa-Antragsgebühren fürs 186 für vier Personen liegen bei rund 9.825 AUD. Für den Start in Australien haben wir 30.000 AUD Reserve. Die kompletten Posten — bezahlt, geschätzt, mit Quellen — stehen aufgeschlüsselt in unserem Kosten-Artikel: Auswandern nach Australien als Familie: Was es wirklich kostet.

Hinweis: Dieser Artikel beschreibt unsere persönliche Geschichte und unseren Plan im Mai 2026. Er ist kein Migrations-, Finanz- oder Lebensrat und ersetzt keine Beratung durch einen registrierten Migration Agent oder andere Fachleute. Visa-Gebühren, Wechselkurse, Arbeitsmarkt und Mietpreise ändern sich laufend — verbindliche Auskünfte gibt es nur direkt bei den jeweils zuständigen Behörden.

Stand: Mai 2026 · Update: Wir aktualisieren diesen Artikel quartalsweise — vor allem nach meiner Ankunft am 23. Juni und nach der Familienzusammenführung am 26. Juli.

Quellen: Department of Home Affairs – Visa 186, Trades Recognition Australia (TRA), Pearson PTE Academic, Johannes Kunz – JK Migrate
Christian Schippel
Ausgebildeter Koch, 37, lebte 2016–2018 in Byron Bay. Wandert im Sommer 2026 mit Lucy und zwei Kindern zurück nach Northern Rivers. Schreibt hier über Visa, Kosten und alles, was unterwegs passiert. Mehr über uns